Gastbeitrag des zentor-Mitgliedes Bernd B.

„Verstehen kann man das Leben nur rückwärts. Leben muss man es vorwärts.“

Søren Kierkegaard

Vor einigen Jahren stand ich vor der Herausforderung mich beruflich neu zu orientieren. Nach einer langen Karriere im selben Unternehmen hatte es über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren immer mehr Anzeichen gegeben, dass ich mich nicht mehr voll identifizieren konnte: mit der Unternehmensstrategie, mit der Art und Weise, wie mit Mitarbeitern umgegangen wurde und zuletzt auch nicht mit meinem neuen Chef. Und auch anders herum fehlte die Wertschätzung. Es brauchte noch einen konkreten Anlass und ich traf die Entscheidung, eine neue Herausforderung außerhalb des Unternehmens zu suchen und mein Glück woanders zu finden.

Die neue Herausforderung sollte zu meinen Werten und Stärken passen. Und auf einem „Spielfeld“ stattfinden, das zum Einen neu sein durfte und sollte und mir zum Anderen einen wesentlichen Beitrag zu etwas Größerem ermöglichte. Eben voller Sinn sein. Doch wie vorgehen?

Meine Freunde, ehemaligen Kollegen und die wohlwollenden unter den früheren Chefs unterstützen mein Vorhaben, indem Sie mir Feedback zu meinen Stärken und Lernfeldern gaben. Das war eine echte Schatztruhe! Wie konnte ich nun Struktur in dieses Sammelsurium hereinbringen, um etwas für meine Zukunft daraus abzuleiten?

Da stieß ich auf die Übung des „roten Fadens“. Ich trug über eine Zeitleiste meines Lebens – von Geburt bis zum damaligen Zeitpunkt – die Ups und Downs meines Lebens ein. Die Ups oberhalb der x-Achse und die Downs unterhalb der x-Achse. Die besonderen Erfolge – z.B. Abschluss der Doktorarbeit neben dem Job – und die emotionalsten Hochs und Glücksgefühle – Hochzeit und Geburt meines ersten Kindes – ganz weit oben. Und Tief- und Rückschläge ganz weit unten: eine Freundschaft, die zu Ende ging und ein Projekt, das „in die Binsen“ ging.

Dann schrieb ich zu jedem Up und Down, worauf ich stolz war, welche Stärken von mir sich dort offenbarten, was ich daraus gelernt hatte und wofür ich dankbar sein konnte. Die einzelnen Punkte verband ich mit einem roten Stift– und hatte so einen ersten roten Faden meines Lebens entworfen. Über die nächste Wochen verfeinerte ich dies, fügte Punkte hinzu, entfernte andere und versetzte mich in meine Gefühle von damals herein.

Und so kam ich zu einem der für mich und mein Leben sinngebenden Elemente: andere Menschen zu inspirieren. Diese Erkenntnis führte mich – über Umwege – zu meinem neuen beruflichen „Spielfeld“, in dem ich in einer neuen Rolle aufgegangen bin.

zentors REFINE Ansatz

Was ich damals nicht wusste: ich hatte den ersten Schritt des mir noch nicht bekannten REFINE Ansatz von zentor praktiziert: Rekapitulieren – innehalten und darüber nachdenken, was mich glücklich macht, was meine Stärken und Werte sind und woraus ich Motivation beziehe.

Dieser Schritt ist ganz besonders wirkungsvoll auf unserem Streben nach Glück. Der rote Faden unseres Lebens ist der Startpunkt für die Zukunft, die wir heute erschaffen.

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